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Gewerblich-industrielle Berufsfachschule Muttenz

Bibliothekstag 23. April 2007

7 Klassen besuchten die Ausstellung und die Performence von Mediothekar Roland Kroell. Fotografien und Zeitungsausschnitte zeigten Stationen aus seinem Leben.

Unser Bibliothekar hatte mit 16 Jahren angefangen Gitarre zu spielen, das war 1970.
Damals reiste der 16-jährige zum ersten Mal nach Schottland in die Sommerferien. Das sollte sein Leben entscheidend verändern. Er lernte dort die noch traditionelle keltische Musik kennen. Dieser Impuls beeindruckte ihn so, dass er sich fortan für die keltische Kultur intensiv interessierte. 1972 wieder in Schottland, 1974 für 3 Monate in Irland, lernte er ungewöhnliche Instrumente, wie Dudelsack, Flöten, Trommeln, Bouzouki und Dulcimer kennen. Am Torffeuer der Iren begann dann eine Entwicklung, die ihn bis zum heutigen Tag sehr geprägt hat.

Die Auseinandersetzung mit der Kultur und Geschichte der europäischen Mythen. Erst durch das Musizieren kam Roland Kroell auch zum Lesen. Die ersten Bücher, die ihn wirklich begeisterten, las er draussen im Wald an einem schönen Bache. Noch als Schüler war ihm das Lesen oft zuwider. Aber später, angeregt durch die irische Geschichte, Märchen und Lieder, begann das Interesse am Lesen.

Als 21 Jähriger macht Roland Kroell von sich Reden als alemannischer Liedermacher. Im Kampf gegen Atomkraftwerke engagierte er sich und wurde mit seinen Salpeterliedern von Rundfunk und Fernsehen entdeckt. Als Hörspielkomponist steigt er 1975 beim SWR in Freiburg (D) ein.

Bis zum Jahr 2000 hat er an die 50 Hörspiele für den Südwestdeutschen, den Süddeutschen- und den Bayrischen Rundfunk vertont.

Auch als Hörspielautor gelingen ihm mehrere Hörspiele: „Wie die Schwarzwälder Kuckucksuhr zu den Muselmanen kam“, oder „das Glas, so rein und klar wie Kristall“.

 „Die Ballade vom Wilderer Lochheiri“ wird als Fernsehfilm gedreht, in dem er die Hauptrolle, als „Lochheiri“,  spielt. Auch Filmberichte über das „Magische Belchendreieck“ zwischen Jura, Schwarzwald und Vogesen“ sind Themen.

Die GIBM-Schüler  reagierten sehr unterschiedlich und ehrlich auf das Dargebotene.

Eine Klasse applaudierte begeistert, andere stellten Fragen zum Keltischen, zum Mystischen. „Was, sie spielen auch Dudelsack“, sagten einige. Ein Schüler flog am gleichen Tag nach Wales in England. Er holte sich noch nützliche Tipps. Eine Schülerin meinte, dass sie das gar nicht glauben könne, dass unser Mediothekar wirklich diese ungewöhnlichen Instrumente spielen kann, das sei doch ein Bluff.

Ob er den Beweis antreten soll? Ob sie dann zuhört?

Roland Kroell stellt zum Schluss an die Schüler offen die Frage, „..und wann habt ihr angefangen zu lesen, oder lest ihr vielleicht noch gar nicht, - oder nur SMS?“ Jeder soll das für sich selbst beantworten. Zu lesen gibt es genug im 1. Stock der GIBM.

Danke Roland für den Einblick in dein abwechslungsreiches spannendes Leben. Ein Fuss hast du bei uns in der GIBM Bibliothek, doch mit dem andern bist du immer noch rastlos unterwegs auf alemannisch keltischen Pfaden und gestaltest immer wieder kulturelle Events in der Region mit, zuletzt das mittelalterliche Singspiel „Tantris und Isot“ in Laufenburg, AG

Andy Holeiter, Abteilungsleiter Allgemeinbildung, GIBM